Erzählt mir doch meine Frau, Handwerker seien doch alle gleich: unzuverlässig, unpünktlich und schlampig. Frau sag ich, das kannste so nicht sagen. Hat sie aber. Und die ganze Geschichte gleich hinterher. Die Schlunzkes aus Herne hätten die Maler im Haus gehabt. Weil das Wohnzimmer Frau Schlunzkes zu dunkel geworden sei: die Tapeten aus den 50ern, Holzdecke, abgetretener Teppich. Das hat man heute nicht mehr. Also, die Maler müssen her. Besser gleich zwei zum Preisvergleich.
Der erste kam eine viertel Stunden später als angemeldet. Der sei dann auch gleich durch die Wohnung gezogen, hätte alles angeguckt und was vor sich hingemurmelt, mit einem Tag wäre das nicht getan. Und die Möbel? “Leer räumen müssen Sie schon selbst”, hätte er gesagt. Wie es denn mit dem Abrücken sei, habe Frau Schlunzke gefragt. “Da schmeißen wir eine Plane drüber.” Die Fenster gingen noch. “In meinem Haus wird aber nicht geraucht”, so Frau Schlunzke. Was seine Männer machten, könne er nicht versprechen.
Und der Preis, frage ich. Dazu wäre es nicht mehr gekommen. Sein Handy hätte geklingelt und er hätte mal eben weggemusst, auf einer Baustelle habe es gebrannt. Klar, so einer ist nicht gut für die Branche und eher die Ausnahme, habe ich meiner Frau versichert. Hat sie auch gemeint, weil, Schlunzkes hätten inzwischen ein neues Wohnzimmer. Denn der zweite Maler hätte sie überzeugt.
“Der hat sich erst vorgestellt, mich erklären lassen, was ich wollte und sich dann das Zimmer angesehen. Dann hat er gefragt, ob wir nicht wegfahren und ihn machen lassen wollten.” So allein mit allen Schränken? “Kein Problem”, hat er gesagt, “die räumen wir aus, rücken sie beiseite und, wenn alles fertig ist, räumen wir sie wieder zurück. Wenn Sie dann wiederkommen, ist alles fertig. Sie haben keine Arbeit, das machen meine Männer.” Wie das denn mit dem Nichtrauchen sei? “Kein Problem, da müssen meine Leute eben nach draußen gehen. Wenn wir streichen, dann machen wir die Fenster gleich mit. Denn sehen Sie, wenn die Wände weiß sind, wirken die Holzrahmen dreckig gelb. Da werden Sie nicht lange Freude dran haben.” Toll, hat Frau Schlunzke gesagt. Sie wären zwar nicht in Urlaub gefahren, aber abends hätten Sie sich gleich vorn Fernsehen setzen können. Da hätte kein Staubkorn mehr gelegen.
“Besenrein heißt das”, habe ich meiner Frau gesagt. Egal, hat sie gesagt, trotzdem ein toller Service. Mir hat sie nichts Neues gesagt, euch etwa? - Eben.
Bis bald, euer
maler wacker